von Luise Asmussen

Nachdem wir schweren Herzens unser erstes Trainingslager im Januar in Italien (Sabaudia) auf Grund strikterer Corona Maßnahmen absagten, freuten wir uns umso mehr auf die Zeit in Breisach am Rhein. Am 13. Februar machten wir uns in aller Frühe von Berlin aus auf den Weg. Unser dortiges Trainingsgewässer (der Hohenzollernkanal in der Nähe des ehemaligen Flughafen Tegels) war schon seit einiger Zeit zugefroren gewesen. Noch bei der Ankunft in Süddeutschland lag Schnee und es waren Minusgrade. Doch innerhalb weniger Tage besserte sich das Wetter schlagartig und wir hatten zwei Wochen lang nahezu perfekte Ruderbedingungen. Außerdem eignete sich die schöne Umgebung direkt an der französischen Grenze auch gut für lange Läufe und Radtouren. In einer Ferienwohnung auf dem Münsterberg (abgeschottet vom Team der U23- Nationalmannschaft, die zeitgleich hier trainierten), konnten meine Zweierpartnerin und ich uns gut selbst versorgen und hatten sogar ein paar Sportgeräte dabei, um vor Ort auch Krafttraining machen zu können. Da ich seit letztem Herbst mit Fini Sturm in einem Boot sitze, konnten wir von unserem Berliner Trainer Andreas Herdlitschke trainiert werden. Meine Doppelzweierpartnerin der letzten zwei Jahre (Cosima Clotten aus Neuss) hatte sich vor einigen Monaten dagegen entschieden, weiterhin mit mir zu rudern und wollte erst einmal im U23- Bereich bleiben. Mit Fini, die schon einige Jahre internationale Erfahrung im A-Bereich hat, werde ich ab dem 24. März an einem nationalen Zweier-Entscheid in Köln teilnehmen. Dort wird ausgefahren, welches deutsche Boot im Mai bei der Nachqualifikationsregatta für die Olympischen Spiele 2021 an den Start gehen und sein Glück versuchen darf. Die Partnerschaft mit Fini ergab sich eher zufällig, da auch ihre Partnerin (Marie-Louise Dräger aus Rostock) ihr nach der letzten Europameisterschaft absagte. Deshalb hatten wir die Idee, uns einfach gemeinsam ins Boot zu setzen und seitdem viel Spaß zusammen! Ich bin gespannt, wie weit wir im März kommen können. Vorher steht allerdings noch ein weiteres Trainingslager an. Dies sollte eigentlich auch in Italien (Gavirate) stattfinden, wurde nun allerdings nach Brandenburg an der Havel verlegt, um etwas ruhigere Trainingsbedingungen zu haben – ohne sich danach ggf. in Quarantäne begeben zu müssen. Momentan bin ich einfach froh und dankbar, trotz aller Umständen weiterhin meinem Sport nachgehen zu können. Und hoffentlich stehen dieses Jahr dann auch noch weitere Wettkämpfe für uns an!