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Der Vegesacker Ruderverein ist stolz auf seine Ruderin Luise Asmussen, die unter erschwerten persönlichen Bedingungen bei der EM U23 in Duisburg am 5. Und 6. September, mit ihrer Partnerin Cosima Clotten, im leichten Doppelzweier Bronze gewonnen hat.

Die beiden hatten sich im Juli in Hamburg Allermöhle für die Europameisterschaft qualifiziert. Danach folgte für die VRV-Ruderin eine Trainingseinheit in Essen und dann ein vierwöchiges Vorbereitungs-Trainingslager erneut in Essen am Baldeneysee.

„Da die Weltmeisterschaft im August ja abgesagt ist, sind wir froh, wenn die Europameisterschaft nun trotz aller Widrigkeiten stattfinden kann. Dieses Jahr ist der Saisonaufbau natürlich überhaupt nicht so gegeben, wie sonst. Man weiß auch nicht, welche Nationen starten und was für Bedingungen die anderen durch Corona hatten. Ich denke, es wird auf jeden Fall spannend“, so sagte Luise Asmussen im Juli der Norddeutschen.

Insgesamt gab es bei der EM gute Meldefelder trotz Corona. Luise Asmussen und Cosima Clotten waren nach den Italienerinnen Kandidatinnen auf Gold. Zusammen hatten sie schon letztes Jahr im leichten Doppelzweier hinter der Schweiz und den Niederlanden Bronze bei der U23-WM in Sarasota errungen. Weitere internationale Erfahrungen hat Luise Asmussen durch die Teilnahme bei der U19-WM (Doppelvierer) 2016 und 2017 zusammen mit Vera Spanke in Plovdiv auf der U23-WM im Doppelvierer (Bronze).

Die gefährlichsten Konkurrentinnen bei dieser EM, die Italienerinnen Giulia Mignemi und Silvia Crosio, hatten schon 2x Gold geholt, in Sarasota und bei der WM für die A-Frauen in Linz, Crosio außerdem 2018 Gold bei der U23 WM.  Neben den Italienerinnen waren noch zwei Boote aus Irland und der Schweiz gemeldet. Auch die Irinnen hatten schon beachtenswerte internationale Erfolge, ebenso zumindest eine der Schweizerinnen.

Am Samstagmittag starteten Luise Asmussen und Cosima Clotten zu ihrem ersten Rennen. Bei den Vorbereitungen und der Vorbesprechung des Rennens hatte man auch aus der Distanz die Konzentration und die hohe Anspannung gespürt: Können sie die favorisierten Italienerinnen unter Druck setzen? Wie schnell sind die Irinnen, die im letzten Jahr hinter Luise und Cosima als 4. knapp die Medaillen verpassten? – Vielleicht war die Anspannung etwas zu groß. Vom Start an dominierten die Italienerinnen das Bahnverteilungsrennen. Und vielleicht auch etwas überraschend konnten sich auch die Irinnen vom Start an vor Cosima und Luise halten. Auch auf den letzten Metern konnte das deutsche Boot nicht entscheidend heranfahren. Die Hoffnung lag auf dem nächsten entscheidenden Tag

Zum Doppelzweierrennen zog sich der Himmel etwas zu. Hoffentlich kein schlechtes Vorzeichen. Cosima und Luise hatten sich vorgenommen besser ins Rennen zu kommen als am Vortag. Aber bei 500m war Italien schon knapp eine Bootslänge weg und auch die Irinnen konnten ihren Bugball knapp vor den Deutschen halten. Bei 1000m hatten sich die Irinnen dann 2,2 Sekunden Vorsprung vor Cosima herausfahren können. Die Bronzemedaille war an dieser Stelle zwar schon recht sicher, aber auch ein Spurt auf dem 2. Streckenabschnitt konnte unseren Zweier nicht entscheidend an die Irinnen heranbringen. So konnten die in den letzten Jahren mit Goldmedaillen verwöhnten Italienerinnen eine weitere Goldmedaille einfahren, gefolgt von Irland und unserem Boot.

 

Text Dorothee Wolter-Buhlmann nach Informationen von Bernard Spanke