…..Sonntag morgen im VRV.

10 durchnässte Frauen tragen 2 5er aus dem Wasser. An diesem winterkühlen Maimorgen waren sie bei Wind und Sonnenschein aufs Wasser gegangen und haben sich dann von einem heftigen Graupelschauer nassregnen lassen. Sie haben hart trainiert und versucht alles umzusetzen, was ihr Trainer Wolfgang Kiupel ihnen aufgetragen hat – denn sie haben ein Ziel: Die Teilnahme an der Müggelsee Regatta in Berlin am 25.5.

Es sind insgesamt 14 Frauen, die sich als Trainingsgruppe im VRV gefunden haben: Monika Drygala, Ruth Schilling, Petra Dirlam,  Ute Schirmer, Mechthild Schikora, Birgit Peter, Katrin Morisse, Dörte Asmussen, Ute Seydack, Antje Lachmann, Thurid Bösch, Marion Meyners- Dünkel und Elke Kehlenbeck.

Ich spreche mit 8 von ihnen nach dem Training und einer Mannschaftbesprechung:

Angefangen hatte alles vor 4 Jahren, als die Trainerin von Osch, Brigitte Haase einige Frauen nach dem Ruderbeckentraining an der JUB angesprochen hatte und fragte: wollt ihr nicht mal auf eine Regatta trainieren? Sie wollten und lernten von  ihr zum ersten mal richtig Technik. Zum ersten Mal die Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn das Boot richtig läuft und unter dem Körper durchgleitet.

Dann kam die Regatta in Berlin: 2 Platz! Da erwachte die Gier – man hatte Blut geleckt und wollte mehr davon!

Aber nicht nur der Erfolg treibt die Frauen an, dabei zu sein. Ein besonderer Reiz sind die dortigen Traditionsboote, die man auch als ehemalige Wanderruderin gut rudern kann. Und die Atmosphäre der Regatta, insbesondere die Party am Abend ….

Es folgten weitere Regatten, verschiedene Trainer, welche die Gruppe führten – aktuell Wolfgang Kiupel. Auch über den Winter hat er sie eisern Trainieren lassen: Wintertraining: hart. 2x / Woche Ergo, Sonntags auf dem Wasser. Brittasport.

Der Spaß spielt in dieser Frauengruppe aber eine große Rolle, natürlich hat man Ehrgeiz, die einen mehr, die anderen weniger. Wichtig aber ist die Gemeinschaft und auch mal schwierige Zeiten zu bewältigen. Viel Zeit für anderes ist nicht doch die ein oder andere Wanderfahrt wird auch mitgemacht:  Auf dem Limfjord und der Moldau sind einige dabei – außerdem engagieren sich viele noch bei der Ruderschule.

Auf die Frage ob dies eine geschlossenen Gruppe sei wird dies verneint. Eine Bootskollision bei einer Regatta in Hamburg hatte das Team vor 2 Jahren ins Wanken gebracht. Doch nachdem die Verunsicherung bewältigt war, öffnete sich die Gruppe noch weiter, neue Frauen kamen hinzu. Voraussetzung ist die Masterausbildung.

Eine große Rolle spielt die Gemeinschaft –  eine bunte lustige Truppe von Frauen, die Lust auf Leistung haben,  auf Ehrgeiz, auf Technik und Konzentration – auch wenn die Umsetzung vielleicht manchmal etwas dauert. Man merkt, dass die Selbsteinschätzungen unterschiedlich sind: Einige sagen – da komme ich eh nicht ran. Andere sagen, man sollte es wenigstens mal probieren. Das macht doch das schöne Gefühl aus: Ich hab alles gegeben.

Harmonie ist ihnen wichtig – gerade war es ein bisschen unklar, wie läuft das jetzt mit der Regatta, da brauchte es Klarheit. Da setzt man sich dann bei Kaffee und Kuchen nach dem Training zusammen und spricht gemeinsam drüber um an einem Strang zu ziehen.

„Ich finde es schon beachtlich und das ist schon was Besonderes, dass wir so ein Weiberhaufen sind, der so unterschiedlich ist, allein von der Größe her, von den Kräften, von der Erfahrung, vom Alter vom Wesen und dass es trotzdem so gut funktioniert“.

Gibt es fernere Ziele nach der Müggelsee Regatta? Riemen Rudern – sagen die einen mehr, die anderen weniger. Schauen wir mal ….!

Nun kommt erst einmal Berlin. Es scheint Einigkeit über die Verschiedenheit der Ziele zu bestehen:  „Spaß haben“, „heile ankommen“, „Sieg“, „gut durch die Strecke kommen“, „das Gefühl haben, dass das Boot gut läuft“. „Nicht aussteigen, und denken ich habe nicht alles gegeben“.

Wie es lief, erfahren wir im Teil II im nächsten Ruderbo(o)ten`

 

Dorothee Buhlmann