IMG-20170706Anfang April, kurz nach der Langstrecke in Leipzig, bin ich nach Berlin gezogen, um dort mein Studium zu beginnen. Seitdem studiere ich Humanmedizin an der Charité. Wichtig war dabei für mich, weiterhin rudern zu können. Das wird mir am Berliner Leistungszentrum (dem Ruderstützpunkt in Spandau) ermöglicht. Trainiert werde ich dort von Andreas Herdlitschke, welcher auch schon mein Trainer beim Ergocup in Kettwig und im Märztrainingslager in Varese war. Rudern kann man auf einem 6 km langen Stück des Hohenzollernkanals, welches in eine weitreichende Seenplatte mündet.

Die Trainingsbedingungen sind dort ausgezeichnet, außerdem lässt sich das Ruderzentrum mit dem Rad in 20 Minuten von meiner WG in Moabit aus erreichen. Mit meinen Mitbewohnern (Flo und Anne) habe ich großes Glück gehabt! Ich konnte direkt nach der ersten Besichtigung Mitte April dort einziehen und habe mich direkt wohl gefühlt. Anne rudert auch und studiert zudem Medizin und kann mir so in vielen Dingen gute Ratschläge geben. Außerdem ist es einfach schön, abends oder nach langen Regattawochenenden nach Hause zu kommen und nicht vor einer leeren Wohnung zu stehen! Das Medizinstudium ist sehr interessant und macht mir großen Spaß, auch wenn es nicht immer einfach mit dem Rudern zu vereinbaren ist. Die Uni ist in 10 Minuten mit dem Rad zu erreichen. An vielen Tagen gehe ich allerdings früh morgens aus dem Haus und komme erst abends nach dem letzten Training zurück. Es wird auf jeden Fall nie langweilig! Auch wenn man viele Wochenenden außerhalb auf Wettkämpfen verbringt, bleibt trotzdem zwischendurch Zeit, andere schöne Dinge mit Freunden zu unternehmen.
Die Rudersaison ist sehr gut für mich verlaufen! Ich konnte mich über den Verlauf technisch deutlich steigern und habe es nach vielen Tests im Einer vor Kurzem auf der Deutschen Meisterschaft in München endgültig geschafft, mich durch meine Leistungen im Doppelzweier und -vierer für die U23 Nationalmannschaft zu qualifizieren. Nach der Nominierung ging es am nächsten Morgen direkt wieder nach Berlin, um alle Sachen zu packen und einen Tag später mit nach Essen zu nehmen. Zur Zeit trainiere ich hier mit Marion, Leonie, Vera und unserer Ersatzfrau Janika gemeinsam mit Trainer Peter Seidel den Doppelvierer, den wir Ende Juli auf der U23 WM in Plovdiv fahren werden. Am Freitag geht es für uns alle samt Booten nach Ratzeburg, um dort noch eineinhalb Wochen Training zusammen mit dem Rest der Nationalmannschaft zu verbringen. Nach dem Relationsrennen wird es dann am 16.07.17 geschlossen nach Bulgarien gehen, wo am Mittwoch (19.07.17) schon unser Vorlauf auf uns wartet. Bisher hat das Training viel Spaß gemacht. Wir waren hauptsächlich im Doppelvierer rudern und haben zusätzlich anderes Ausdauertraining und Krafttraining gemacht. Außerdem sind wir Messboot gefahren, das heißt dass alle Plätze im Boot verkabelt und Schlaglängen sowie Verlustwinkel gemessen werden können. Ich bin sehr gespannt, was letztendlich als Ergebnis der harten Arbeit herausspringen wird.
Nach der WM ist für mich dann erstmal eine Trainingspause angesagt, die allerdings vom Lernen ausgefüllt werden wird. Die vielen Fehlzeiten in der Uni, die ich auf Grund des langen Trainingslagers haben werde, kann ich im nächsten Semester nachholen, die Prüfung darf ich allerdings schon vorher schreiben. Aber jetzt liegt der Fokus erstmal auf der nächsten Trainingseinheit, alles weitere kommt dann danach! Im Herbst kann ich dann hoffentlich mal wieder nach Bremen kommen, und beim VRV vorbeischauen. Das Rudern auf der Lesum fehlt mir schon sehr. Und außerdem muss ich endlich mal mein Zimmer in Berlin zu Ende einrichten, das ist bisher wirklich zu kurz gekommen!
Eure Luise Asmussen