von Lion Tautz

Vom 22. bis zum 25. September fanden in Vancouver die Kanadischen Kleinbootmeisterschaften und der Canada Cup statt. In den Kleinbootmeisterschaften treten Sportler aller Altersklassen im Einer und Zweier ohne gegeneinander an. Obwohl die Rennen gemischt stattfinden, werden die Junioren, U23 und Senioren getrennt gewertet. Basierend auf den Ergebnissen der Kleinbootmeisterschaften werden dann die Provinzteams für den Canada Cup zusammengestellt. Im Doppelzweier, Doppelvierer, Vierer ohne und im Achter wird die Vorherrschaft übers Rudern in Kanada ausgefahren. Der Cup besteht aus zwei Rennen, 2000m und 500m, deren Zeit zusammengezählt wird. Das insgesamt schnellste Team gewinnt. 

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Ursprünglich wollte ich im Einer starten, aber aufgrund der Verletzung eines anderen Sportlers ruderte ich dann doch kurzfristig im Zweier ohne. Nach nur vier Trainingseinheiten wurden wir am Donnerstag im Zeitfahren 9. Das bedeutete, dass wir am gleichen Tag noch einmal im Hoffnungslauf ran mussten. Diesen konnten wir für uns entscheiden und waren damit für das Halbfinale A/B qualifiziert. Am Freitag zeigte sich schnell, dass noch ein wenig Erfahrung fehlte und wir wurden dem B-Finale zugeteilt. Das Rennen um Gold in der Juniorenabteilung war allerdings noch nicht vorbei, da auch der bisher schnellste U19 Zweier im gleichen Finale gelandet war. 

Unser Finale setzte sich zusammen aus U23 Booten und dem Zweier, der Kanada auf der Junioren-WM vertreten und dort den 9. Platz ergattert hatte. Unsere Erwartungen waren also nicht allzu hoch, aber wir wollten den anderen Mannschaften einen Schrecken einjagen. Das gelang uns besonders auf der ersten Streckenhälfte: Schon nach einigen Schlägen lagen wir vorne, und vor der 500m-Marke hatten wir eine Bootslänge Vorsprung. Durch die Rennmitte veränderte sich nicht viel, aber auf dem letzten Viertel bekamen wir unsere mangelnde Praxis zu spüren und überquerten die Ziellinie schließlich als Dritte. Durch die mutige Rennstrategie waren wir allerdings bis auf eine Bootslänge an Kanadas Juniorenzweier herangefahren und hatten damit sicher die Silbermedaille der Junioren erarbeitet. 

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Aufgrund des guten Abschneidens im Zweier waren die Landestrainer der Meinung, dass Riemer doch auch mal skullen können und wir wurden für den U21 Doppelvierer aus British Columbia im Canada Cup nominiert. Ohne Training gingen wir an den Start für das 2000m Rennen und konnten uns auch dort wieder durch einen bissigen Ansatz von vorne weg an die Spitze setzen. Die Position gaben wir nicht mehr auf und überquerten die Ziellinie vor allen anderen Provinzen. Noch war aber nichts entschieden, da die Zeit des folgenden 500m Rennens ausschlaggebend war. Nur eine halbe Stunde nach dem ersten Zieleinlauf waren wir schon wieder unterwegs in Richtung Ziellinie. Die überquerten wir zu genau der gleichen Zeit wie das Boot aus Ontario, aber damit hatten wir den Canada Cup gewonnen, da wir insgesamt die schnellsten gewesen waren.

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Nach diesen zusammen geworfenen, überraschend erfolgreichen Booten geht es jetzt zurück in den Achter, in dem wir uns auf die Herbstsaison vorbereiten. Viele Grüße aus Kanada, und bis zur nächsten Regatta.