von Volker Osthus

1. Tag

Am 03. Juni herrschte schon kurz vor zehn Uhr reges Treiben auf dem Vereinsgelände. Dort und auf dem alten Anleger waren in erster Linie die Senioren des VRV damit beschäftigt, das „gute alte Stück“ für den Abtransport vorzubereiten, um Platz zu schaffen für die Neuanschaffung, die tags darauf angeliefert werden sollte. Über fast vier Jahrzehnte hatte der Anleger hervorragende Dienste geleistet, war viele Male im Winter demontiert und an einen Platz verholt worden, an dem er vor dem Eisgang der Lesum geschützt war, hatte das Ab- und Anlegen unzähliger Boote alter und neuester Machart erlebt. Nun schlug seine „letzte Stunde“. Flaschenzüge wurden geschleppt und an der Stegbrücke befestigt, die Holzplanken des Anlegers zum vor der Werkstatt stehenden Pferdeanhänger transportiert – das nächste Osterfeuer kommt bestimmt – ,

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die Außenborder der beiden Vereinsmotorboote startklar gemacht,ein weiterer Motor für den Transport des Anlegers zum Vulkangelände in Position gebrachtOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

und Leinen befestigt, die das Einziehen der Brücke und dem mit ihr verbundenen Anleger unterstützten. Um 11Uhr30, pünktlich zum einsetzenden Tidenwechsel, wurde die Verbindung zwischen Steg und Anleger getrennt. Neptun war zuvor zwar nicht mit einer Opfergabe geschichtsträchtiger Art, aber immerhin mit dem Versenken zweier Inbusschlüssel gnädig gestimmt worden.

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Der Schlepptross nahm bei prächtigem Wetter und beginndendem ablaufenden Wasser Kurs gen Weser. Für seine letzte Fahrt zum Abwracken wurde er mit einem kräftigen dreifachen Hipp-Hipp-Hurra verabschiedet.

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2. Tag

Am 04. Juni waren die Erbauer des neuen Anlegers pünktlich aus Rendsburg am Grohner Yachthafen erschienen, von wo aus die Segmente, ein Vorschwimmer und drei zu einer Einheit verbundene Anlegerteile mit unseren Motorbooten zum VRV verholt wurden. Der Vorschwimmer konnte ohne Probleme mit unserer Brücke verbunden werden.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA Der 18 Meter lange und 3 Meter breite Hauptponton, 1 Meter länger als der vorherige, war ebenfalls schon bald in die vorgesehene Position gebracht worden und wurde  von den Fachleuten des Herstellerbetriebes mit dem Vorschwimmer verbunden.OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der nun 1,5 Meter weiter in die Lesum ragende Anleger ließ die Herzen aller mithelfenden Ruderer höher schlagen, nicht nur wegen des ausgezeichneten Aussehens mit den rutschfesten Kunststoffplanken und der glänzenden Aluminiumunterkonstruktion, sondern auch wegen des Umstandes, dass Ab- und Anlegen wegen der jetzt gleichen Flucht mit den Anlegern der Nachbarsportvereine sehr viel einfacher werden wird. Geringfügige Verbesserungen werden in naher Zukunft vom Hersteller durchgeführt. Mit dem Befestigen der Stahltrossen zwischen dem Anleger und der Spundwand war die Arbeit getan. Allen, die ihr Scherflein und ihre Planungsarbeit zum Gelingen des Vorhabens beigetragen haben, muss an dieser Stelle gedankt werden. Es bleibt zu hoffen, dass der neue Anleger uns die gleichen guten bzw. noch besseren Dienste wie der bisherige erweisen wird.