Jane Oghide (BRC, links) / Kim Ehntholt (VRV, rechts) mit Desiree / Paula

Am vergangenen Wochenende fanden in Essen die Deutschen Jugendmeisterschaften statt. Mit von der Partie war in diesem Jahr eine Gruppe von ganzen zehn VRV-Trainingsruderern – so viele Sportler aus unserem Verein hatten sich schon lange nicht mehr für einen nationalen Titelkampf qualifiziert. Der Baldeneysee zeigte sich von seiner schönsten Seite. An allen Tagen herrschten faire Ruderbedingungen mit wenig Wind. Einzig die große Hitze machte allen zu schaffen.

Nur knapp an JWM-Quali gescheitert

Kim Carolin Ehntholt ging zusammen mit Zweierpartnerin Jan Oghide (BRC Hansa) und Paula Wesselmann (Flensburg) / Desiree Petersen (Rendsburg) im Juniorinnen Vierer ohne Steuerfrau A an den Start. Nach guten Saison-Ergebnissen in dieser Bootsklasse hoffte man auf einen schönen Abschluss in Essen.

Und so sollte es auch kommen. Das Boot um Schlagfrau Kim Ehntholt schaffte es sich von Rennen zu Rennen zu steigern. Im schnelleren der beiden Vorläufe am Donnerstagmorgen Vorlauf konnte man in 07:17.99 zwar „nur“ auf Rang zwei fahren, dies jedoch in der zweitschnellsten Zeit aller Boote. So musste der Umweg über den Hoffnungslauf angetreten werden, was sich jedoch eher als Vorteil, denn als Nachteil herausstellen sollte, denn dieses Rennen sollte neben der Qualifikation für das A-Finale gleichzeitig auch als Übung genutzt werden. Der ganz knappe zweite Platz reichte dann auch für einen souveränen Finaleinzug. Im Finalrennen am Sonntagmorgen lief es von Beginn an wie in den bisherigen Rennen: Die Crew mit Kim Ehntholt erwischte einen guten Start, lag aber im hinteren Teil des Feldes. Über die gesamte Strecke lagen alle Boote dicht beieinander. Leichte Vorteile hatte der Vierer aus dem Süden Deutschlands. Auf dem letzten Streckenviertel startete Schlagfrau Kim dann die Schlussoffensive. Mit starken Schlägen konnte sich ihre Renngemeinschaft Platz für Platz nach vorne schieben. Kurz vor der Ziellinie konnte sogar noch das auf dem zweiten Rang liegende Boot aus Berlin/Potsdam vom Silberrang verdrängt werden. Im Ziel reichte es dann mit einer knappen halben Bootslänge Rückstand auf das siegende Boot aus dem Süden zu einer klasse Silbermedaille.

Auch wenn damit die Qualifikation zur Junioren WM mit weniger als 1,5 Sekunden denkbar knapp verfehlt wurde ein toller Erfolg für Kim, die auch im nächsten Jahr noch im U19-Bereich startberechtigt ist, und ihre Mannschaft. Im abschließenden Achterrennen kam zusammen mit Hamburg ein ordentlicher fünfter Platz hinzu.

Finalteilnahme für die Leichtgewichte

Der VRV-Leichtgewichts-Junior Moritz Reiners ging bei den A-Junioren zusammen mit seinem Zweierpartner Moritz Lohmann (Bremer SC) an den Start. Das Ziel der beiden war eine Qualifikation für das A-Finale. Ein anspruchsvolles, aber machbares, Ziel denn beide sind noch im jüngeren Jahrgang der U19-Klasse, haben im Saisonverlauf aber bereits sehr gute Leistungen gezeigt.

Nach einem dritten Rang im Vorlauf am Donnerstag lief der Weg ins Finale über den Hoffnungslauf. Nach schnellem Start konnte sich das Boot mit Moritz / Moritz im Hoffnungslauf am Freitagmittag dann auch zusammen mit zwei anderen Mannschaften etwas vom Feld absetzen. Allerdings musste zwingend ein zweiter Platz errudert werden, um weiter zu kommen. Bei 1500m lag unser Bremer Boot noch knapp auf Rang drei. Mit einem erstklassigen Endspurt schafften es die beiden Moritze es dann doch noch, knapp vor der Ziellinie auf den zweiten Platz vorzufahren und damit die Quali für das A-Finale zu erreichen. Im A-Finale am Sonntagmorgen waren die Plätze dann klar verteilt. Denn die Spannung war sehr groß und das machte das Rudern nicht leichter. Über die Strecke lagen Moritz / Moritz auf einem sechsten Platz, nutzten kurz vor dem Ziel, die sich aufgrund von Bootsproblemen bei einer gegnerischen Mannschaft ergebende Chance, auf Platz fünf zu rudern. Ein klasse Ergebnis, allein mit der Finalteilnahme hatten die beiden 17-jährigen ihr Ziel erreicht. Im abschließenden Achterrennen der A-Junioren-Leichtgewichte kam ein weiterer fünfter Platz hinzu.

Großes Pech für die Juniorinnen B

Hanna Schumacher und Leoni Stephan starteten in Essen im Juniorinnen Doppelzweier B. Sie mussten gegen gute Konkurrenz antreten – im Vergleich zum vergangenen Jahr war das Meldefeld deutlich besser besetzt. Ziel der beiden 16-jährigen war dennoch eine Finalteilnahme.

Bei der Vorlaufauslosung erwischte es die beiden Vegesackerinnen dann schon ganz Dicke: Man musste gegen zwei der bisher besten Boote ran. Und nur die ersten beiden Plätze reichten für den Direkteinzug in eines der zwei Halbfinals. Etwas zu nervös ging es dann im Vorlauf vom Start auf die Strecke. Am Ende sprang so nur ein dritter Rang heraus, der zeitlich in den anderen Vorläufen zum Direkteinzug gereicht hätte. So musste Hanna und Leoni den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen und sollten diesen zugleich als Übung für das wichtige Halbfinale nutzen. Der Hoffnungslauf konnte dann auch mit einem im Vergleich zum Vorlauf besseren Rennen souverän gewonnen werden. Im Halbfinale am Sonnabendmorgen folgte dann die große Enttäuschung: Bestens vorbereitet und mit hoher Motivation ging es an den Start. Leider erwischte man das stärkere Halbfinale und für eine A-Final-Teilnahme musste Platz drei her. Über die gesamte Strecke lagen vier Boote in einem Kopf-an-Kopf-Rennen nahezu auf einer Höhe. Im Ziel konnten sich die Boote aus Oldenburg und Essen auf Rang eins und zwei schieben, das Vegesacker Boot lag zusammen mit Minden exakt auf einer Höhe. Das Zielgericht benötigte annähernd zehn Minuten um das Zielfoto auszuwerten. In 05:28.20 ruderten Hanna und Leoni ihr schnellstes Saisonrennen, mussten sich dann aber am Ende doch den Midenerinnen mit einem Rückstand von unglaublichen 0,01 Sekunden geschlagen geben – eine Milimeterentscheidung! Besonders bitter: Im anderen Halbfinale war schon das zweite Boot (Potsdam, der spätere Bronzemedaillen-Gewinner) fast vier Sekunden langsamer, Rang drei nochmals zwei Sekunden. Auf den späteren Deutschen Meister aus Oldenburg hatte man im Halbfinale weniger als 1,5 Sekunden Rückstand. Die riesige Enttäuschung war den beiden Vegesackerinnen dann im B-Finale anzumerken: Die Motivation war nach dieser Niederlage im Keller und es reichte dann am Ende nur für Rang drei. Sehr schade, dass eine klasse Saison für die beiden keinen besseren Abschluss gefunden hat.

Solide Leistung der Junioren B

Einen zweiten Platz im B-Finale des Junioren Zweier ohne Steuermann B konnten Molle Höweler und Malte Hartwig errudern. Die 16-jährigen Schwergewichte rutschten mit einem dritten Rang im Vorlauf über einen vierten Platz im Hoffnungslauf in das B-Finale. Langes Zeit konnten sie im B-Finale die führende Position innhalten, mussten sich dann am Ende aber einem starken Endspurt der Konkurrenz aus München geschlagen geben und kamen damit auf Rang acht in der Gesamtwertung.

Zusammen mit Lukas Jeschke, Jannis Rebettge und gesteuert von Jan Vielstich ging der Zweier noch im Junioren Vierer mit Steuermann B an den Start. Nach einem vierten Platz im Vorlauf gab es im Hoffnungslauf eine zweite Chance für eine Finalqualifikation. In einem starken Feld erwischten die Vegesacker als einziges Vereinsboot in der gesamten Konkurrenz einen verhaltenen Start. Über die gesamte Strecke versuchten die Vier, an fünfter Stelle liegend, auf den rettenden vierten Platz vorzustoßen, schafften den Sprung jedoch nicht. Am Ende war es eine knappe Bootslänge, die dem Vegesacker Boot zum A-Finale fehlte. Rang sieben in der Gesamtwertung.