Am Sonnabend dem 13. – zum Glück für uns nicht am Freitag dem 13. (?) – fand die nun schon fast traditionelle Nikolaustour zum Ochtumer Segelverein statt. Vierzehn mit Nikolausmützen getarnte Ruderer und ein mit Fünfsternemütze dekorierter Steuermann (Obernikolaus) fanden sich pünktlich um 10 Uhr 30 im Ruderverein ein und ließen bei Niedrigstwasser den „Eisbrecher“ zu Wasser. Bei Temperaturen um 0°C wurde kurz vor dem Ablegen der übliche Eimer mit Brucheis auf dem Anleger entleert, um das Kirchboot auf die bevorstehende Wintertour vorzubereiten. Nach einem kurzen Abstecher in den Vegesacker Hafen, in dem vergeblich auf die angekündigten zahlreichen Pressevertreter gewartet wurde, ging es bei steifem Gegenwind und mit Strömung weseraufwärts. Einige Kurze, die als medizinisches Mittel gegen eventuell drohende Erkältungskrankheiten zur innerlichen Einreibung verordnet wurden, ließen das raue Wasser der Weser schnell vergessen, zumal bei der Rücktour ja Strömung und Wind aus derselben Richtung zu erwarten waren. Schon bald war das Ochtumsperrwerk erreicht, gemäß Schleusenwärter 25 cm zu früh. Nach kurzer Wartezeit öffneten sich uns die (himmlischen) Tore und bei einsetzendem leichten Flockengestöber ruderten wir unter Absingen des Weihnachtsliedes „Leise rieselt der Schnee“ die kurze Reststrecke bis zum Ochtumer Segelverein, wo wir von unseren langjährigen „Betreuern“ schon erwartet wurden. Unser zünftiges zweites Frühstück wurde mit dem einen oder anderen Bier geschmeidig durch die Kehlen geleitet. Helmut, der mit seinem Schifferklavier zu uns gestoßen war, bemühte sich redlich und wie mir schien mit einigem Erfolg, uns den rechten Takt zu „Junge, Junge, Junge“ beizubringen. Es folgten unterschiedlichste vorweihnachtliche Weisen, und um 15 Uhr wurde zum Aufbruch „geblasen“, nachdem unser nachgereister Schiffsdoktor alle Anwesenden für ruderfähig erklärt hatte. Problemlos wurde der VRV um 16 Uhr erreicht, wo eine drohende Unterhopfung mit einigen Satteltrünken (gem. Verfasser die letzten Schlucke, bevor man sich in den Sattel zum Heimritt schwingt) bekämpft wurde. Hinni sei an dieser Stelle herzlichst für die perfekte Organisation gedankt. Er darf auch die Nikolaustour 2009 gestalten, bei der hoffentlich u.a. alle diesjährigen Teilnehmer der Eisbrecherfahrt gesund und munter mit von der Partie sind.

Volker Osthus