von Lukas Goecke

Vergangenes Wochenende machten sich sechs Vegesacker Sportler und Trainer Peter Dirlam auf den langen Weg nach Hessen, denn vom 09. bis 11. 10. 2015 wurden im Schiersteiner Hafen (bei Wiesbaden) nicht nur die 19. Deutschen Sprintmeisterschaften abgehalten, sondern auch das 102. Deutsche Meisterschaftsrudern. Die Strecke am Rhein präsentierte sich vor allem zu Anfang sehr gut, gegen Sonntag hin frischte der Wind ein wenig auf, und Wellen suchten die Strecke heim.  Auf der Rennstrecke von entweder 350m (Sprintdistanz) oder 1000m wurden die Rennen auf fünf Bahnen ausgetragen! Aufgrund der zahlreichen Vegesacker Meldungen gab es teilweise weniger als eine Stunde Rennabstand und Pause für die Sportler. Vor allem auf der Sprintdistanz entscheiden meist Zehntel- bzw. Hundertstelsekunden über Sieg oder Niederlage, Weiterkommen oder Ausscheiden, Medaillenerreichen oder nah am Podium dran sein. Übernachtet wurde in einer Pension nahe der Strecke und gegessen in zwei sehr leckeren italienischen Restaurants in Wiesbaden. Aufgrund von guten bis sehr guten Ergebnissen auf den vorigen Regatten der Herbstsaison (Leer, Norddeutsche Meisterschaft in Hamburg und Bremer Meisterschaft) hoffte das gesamte Team auf erneut so erfolgreiche Rennen.

Siegerehrung_Junioren

Anmerkung: Wird bei einem Rennen in diesem Bericht keine Strecke explizit angegeben, handelt es sich um die Sprintdistanz, auf der fast alle Vegesacker an den Start gingen.

Am Freitag gab es nur ein Rennen. Die A-Junioren Simon und Lukas wollten es einmal bei den Senioren probieren. Die Zwei konnten aber leider vor allem um die Hälfte der 1000m Distanz nicht mit der älteren Konkurrenz mithalten. Am Ende reichte es aber immerhin noch für Platz 3, womit aber die Finalteilnahme knapp verpasst wurde.

Als erste Vegesacker lagen am Samstag Lisa Schneemann und Luise Asmussen an den Startkähnen. Die Leichtgewichte versuchten es im Seniorinnen Doppelzweier der Schwergewichte. Im Vorlauf hatte das Duo leichte Probleme, sodass sie sich einen Krebs zogen. Auf der Strecke von 350m werden aber leider auch kleinste Fehler nicht verziehen, darum ging der Zweier am Nachmittag im nochmals Hoffnungslauf an den Start. Dieses Rennen lief wiederum sehr gut und die Zwei überquerten als Zweites die Ziellinie. Mit dem zweiten Platz sicherten sie sich die Favoritenbahn für das B-Finale am Sonntag. Kurz nach dem Seniorinnen-Rennen wollten Johannes Höweler, Ole Vielstich, Simon Goecke und Lukas Goecke die Direktqualifikation in das Halbfinale schaffen. Die Vier starteten genau wie im letzten Jahr im Junior-A Doppelvierer. Trotz eines durchwachsenen Rennens wurde Rang 2 erreicht. Damit ging es für diese Kombination erst am Sonntagmorgen im Halbfinale weiter und sie konnten sich den kräftezehrenden Umweg über den Hoffnungslauf sparen. Nach dem Rennen wurde das Boot eben umgeriggert und verstellt, damit Lisa, Luise, Simon und Lukas dieses auch im Mixed Senior-Doppelvierer benutzen konnten. Der Vorlauf lief auch hier in Ordnung und das Quartett erreichte den zweiten Platz. Hier erreichte allerdings nur das erste Boot direkt das A-Finale, weshalb die Mannschaft Nachmittags nochmal im Hoffnungslauf an den Start ging. Mit einem souveränen Start-Ziel Sieg hieß es nun, sich am Sonntag im Finale unter Beweis zu stellen! Während sich die restlichen Vegesacker nach den Vorläufen ausruhen konnten, hat Luise sich direkt nach dem Mixed-Doppelvierer in den Einer gesetzt, denn die Leichte A-Juniorin ging bei den schweren Seniorinnen an den Start. Das bedeutete, dass sie sich gegen körperlich überlegene Konkurrenz durchsetzen musste. Im Vorlauf klappte das leider noch nicht ganz so gut. Auf ihrer ersten Sprintdistanz im Einer erreichte sie den dritten Platz, da sie Steuerprobleme hatte. Damit wollte sie Nachmittags das A-Finale im zweiten Anlauf erreichen. Im Hoffnungslauf lag sie zuerst nur auf dem zweiten Platz. Durch einen bärenstarken Endspurt hatte sie am Ende die Nase ganz knapp vorn. Das reichte für die A-Finalteilnahme! Eine weitere Vegesacker Kombination bildeten Simon und Lukas, die sich nun im Doppelzweier der A-Junioren versuchten. Im Vorlauf sah es zuerst nach einem zweiten Platz aus. Kurz vor dem Ziel war sich das Führende Boot aber ein wenig zu Siegessicher und ließ nach. Dies nutzten die Brüder gerade noch aus und schafften es auf den ersten Platz, mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung. Den Hoffnungslauf konnten sie sich so oder so sparen und es ging für sie am Sonntagmorgen im Halbfinale weiter. Gegen Abend machten Lisa und Luise den letzten Vegesacker Start des Tages, im Finallauf des leichten Doppelzweiers der Seniorinnen. Mit einem sehr guten Startspurt begannen die Zwei die 1000m lange Strecke. Damit wurde die Strecke perfekt eingeleitet, indem sie sich direkt von den Verfolgern absetzen und hinter dem schnellen Boot aus Frankfurt einreihen konnten. In dieser Reihenfolge tat sich dann auch nichts mehr und Luise und Lisa überquerten auf dem Silberrang die Ziellinie! Die Beiden mussten noch zwei ganze Stunden auf die Medaillenzeremonie warten, um das Edelmetall des Deutschen Meisterschaftsrudern zu erhalten. Dies war das erste Edelmetall der Vegesacker Trainingsgruppe an diesem Wochenende. Damit war der Samstag gut abgeschlossen und alle waren gespannt, was der nächste Tag so bringen könnte.

Siegerehrung_Frauen

Am Sonntag machten sowohl der starke Wind in Fahrtrichtung und die Wellen den Sportler sehr zu schaffen. Sonntags wurde schon früh aufgebrochen, denn früh morgens – um halb 9 – hatte der Junioren-Doppelvierer das Halbfinale. In einem packenden Rennen fuhr die Vegesacker Crew auf den zweiten Platz und qualifizierte sich für das Finale! Im Anschluss auf den Doppelvierer hatten Simon und Lukas noch zusätzlich das Halbfinale des Doppelzweiers. In ihrem Halbfinale erreichten die Zwei den dritten Platz. Das reichte leider noch nicht ganz für die Direktqualifikation (der schnellsten 10). Da sie allerdings Zeitschnellster dritter waren, reichte es doch noch für die Finalteilnahme.  Nach den beiden erfolgreich absolvierten Halbfinalrennen konnten sich die Jungs erst einmal ausruhen, während sich Lisa und Luise bereits für das nächste Rennen warmmachten. Es folgen nun die 5 Finalrennen. Kurz nach den Halbfinals frischte der Wind auf und alle Bahnen hatten mit Seitenwind zu kämpfen, der allerdings auf allen Bahnen gleich stark wehte. Den Anfang wurde – wie schon gesagt – von den Zweien gemacht, die im B-Finale der Schwergewichts-Doppelzweier ihr bestes geben wollten. Zu Anfang dachten sie, ihr Plan würde nicht aufgehen, da sie nach dem Start schief in der Bahn lagen, und mit der Bojenkette zu kämpfen hatten. Allerdings konnten sie sich noch einmal aufrappeln und landeten somit auf einem guten zweiten Platz! Dieses Rennen war gefolgt von dem Finallauf des Junioren Doppelvierer. Hier war schon zu Anfang klar, dass die fünf Finalboote innerhalb eines Augenblicks die Ziellinie überqueren werden. So war es auch. Auch nach den ersten Streckenschlägen waren noch alle Boote auf einer Luftkastenlänge verteilt, wobei die vier Jungs aus dem Bremer Norden hier noch auf Platz Vier waren. Bis zum Ziel zog sich das Feld so weiter. Aber der Sack wurde auf den letzten zehn Schlägen erst zugemacht. Das Quartett verkürzte die Schlaglänge und arbeitete sich mit kurzen, schnellen Schlägen an die führenden Boote heran. Ein paar Schläge vor dem Ziel zogen die Vegesacker an einem der Boote vorbei und ihr Bugball überquerte als drittes die Ziellinie – Bronze! Dieses Jahr hat es mit dem Medaillenrang für die Vier geklappt. Doch Simon und Lukas konnten sich nicht lange ausruhen, denn das Mixed-Doppelvierer Finale wurde noch ausgefahren. Zusammen mit Lisa und Luise ging es wieder im A-Finale um die Medaillenränge.  Doch die Mannschaft fand nicht so gut zusammen, denn der Wind drückte die Vier in die Bojenkette. Dieser Patzer zog sich dann bis zum Ende hin, und sie kamen als fünftes Boot durch das Ziel. Erneut hieß es für Luise, sich direkt nach dem Mixed-Doppelvierer auf den Seniorinnen-Einer vorzubereiten. Auch sie hatte Probleme mit dem Seitenwind und den hohen Wellen. Der Start in das Rennen verlief dennoch relativ gut. Gegen Ende machten sich aber die zehn Rennen, in denen sie vorher gestartet war bemerkbar, und die Kräfte ließen ein wenig nach. Am Ende überquerte sie als fünfte die  Ziellinie. Dennoch eine sehr gute Leistung, denn die leichte A-Juniorin konnte viele der anderen Teilnehmer hinter sich lassen! Simon und Lukas wollten sich aber nicht unterkriegen lassen, und versuchten es nochmal im Junioren Doppelzweier. Nach dem Start sah es zunächst nach dem fünften Platz aus. Drei Boote hatten sich abgesetzt und die Zwei lagen im zehnten Rennen des Wochenendes zu Anfang hinten. Doch ab der Hälfte, gelang es ihnen nochmal alle Kräfte zu sammeln. Die Vegesacker kamen nun mit jedem Schlag näher an die führenden Boote heran. Am Ende reichte es immerhin noch für einen sehr guten vierten Platz! Ales in Allem war es ein sehr erfolgreiches Wochenende. Nicht nur gab es fast ausschließlich gute Platzierungen in den vielen A-Finalteilnahmen. Des Weiteren konnten sich alle der sechs Sportler über Ränge auf dem Podest – und damit Edelmetall – freuen.