Die Silvesterparty war kaum vorbei, der Körper verlangte noch nach mehr Schlaf, aber wir hatten Thommy zugesagt beim Neujahrsrudern dabei zu sein.

So waren wir dann fast pünktlich um 12 Uhr im Verein. Trotz der frühen Morgenstunde wurden wir von einigen bereits fleißig Riemen tragenden Ruderkameraden erstaunlich munter begrüßt. Nur Efa war noch träge und nicht bereit die Tour im Fahrtenbuch zu speichern. „Das Datum liegt außerhalb des gültigen Zeitraumes“ teilte Efa mit. Und stimmte damit irgendwie mit meinem Gefühl überein. Trotz dieser Datumsunsicherheit begrüßten wir Neptun mit einem Schluck prickelnden Wassers und baten um seine wohlwollende Unterstützung der Ruderer im neuen Jahr.

Schließlich saßen die Ruderknechte Ute Cordt, Stefan Höweler, Redelf Janßen, Thorsten Kehlenbeck, Tim Kropp, Antje Lachmann, Michael Lachmann, Peter Mascher, Jens Rebettge, Karl-Heinz Pohl und Thomas Walter ruderfertig im Boot. Ruderfertig bis auf Platz 6 an Steuerbord. Da fiel zum Glück noch direkt vor dem Ablegen auf, das hier noch kein Riemen im Boot, geschweige denn in der Hand war. Kurze Zeit später ruderten wir was das Zeugs hielt und waren im Nullkommanichts durchs Sperrwerk gesaust. Unser Steuermann Thommy Degener genoss derweil das herrliche Wetter und bekam Bedenken, das bei dieser Geschwindigkeit das Ziel schnell erreicht und dieser Genuss rasch zu Ende sein würde. So erfolgt das Kommando „Ruder halt“ und die Empfehlung die Ruheposition einzunehmen. Etwas langsamer glitt nun der „Eisbrecher“ auf bzw. mit der Lesum dahin.

Die Luft war beinah frühlingshaft warm, hell leuchteten die kahlen Bäume im Sonnenlicht. Vertrocknete Gräser glänzten golden am Ufer, so als hätten sie die Wärme vom vergangenen Sommer für diesen Tag aufbewahrt. Heerscharen von Spaziergängern waren unterwegs, aber auf dem Wasser zog nur unser Kirchboot gemütlich dahin. Beinah schade, dass der Segelverein Niedersachsen-Burg trotz verlangsamter Fahrt bald erreicht war. Obwohl kein Anleger mehr im Wasser lag, konnten wir dank des geschickten Steuermannes trockenen Fußes an Land gelangen. In der Gaststube wurden wir nett, freundlich und für wenig Geld mit Getränken und einem kleinen Imbiss bewirtet. Ganz traditionell gab es auch Neujahrsberliner. Einer war mit Senf gefüllt.

Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir wieder im VRV an. Ein unglaublich schöner Neujahrstag. Oder vielleicht doch ein Tag außerhalb des gültigen Zeitraumes?

von Antje Lachmann