Am 08. Dezember war es wieder soweit: 20 Nikoläuse mit ihren roten Zipfelmützen machten sich auf Lesum und Weser auf gen Segelverein Ochtum. Dem Namen unseres Kirchbootes (Eisbrecher) angemessen herrschten Minustemperaturen bei Sonnenschein. Pünktlich um 9 Uhr 30 wurde am VRV-Steg abgelegt. Sehr bald erreichten das Kirchboot und die Albatros bei ablaufendem Wasser die Lesummündung. Hier gab es allerdings ein böses Erwachen: Dem sonst so perfekten Organisator der Tour war es nicht gelungen, die Tide zu manipulieren, so dass von nun an gegen den Strom gerudert werden musste. Ein lockeres Dahintreiben war nicht mehr angesagt, die Nikoläuse mussten sich kräftig in die Riemen legen. Damit entfiel auch eine längere Pause vor A&R, um sich mit einem kräftigen Schluck aus Ullis Bunkervorräten zu stärken. Ein „wönziger Schlock“ musste reichen, denn wer will schon eine hart erruderte Strecke durch Zurücktreiben wieder einbüßen. An der Schleuse des Ochtumsperrwerkes fand die Plackerei in den Booten vorzeitig ein Ende: Der Schleusenwärter hatte uns telefonisch mitgeteilt, dass die Schleusentore festgefroren seien. An der Spundwand wurde angelegt, und Jung und Alt erklommen mehr oder weniger behände über die Eisenleitern festen Grund. Aber Hinni hatte in seiner umsichtigen Art einen Fahrdienst organisiert. Gerd Pohl, Helmut Schriever und einer unserer Segelvereinsgastgeber kutschierten Gepäck und einige Fußlahme zum Segelverein, wo schon Rolf Rockmann auf die Kameraden wartete. Bevor unser mitgebrachtes Essensgeschirr und die von Hinni besorgten Speisen platziert waren, schmückten schon etliche leere grüne Flaschen die Tische im gemütlichen Vereinsheim des OSV, galt es doch, den stechenden Durst zu bekämpfen. Mit Brot und leckerem Aufstrich sowie Wurst und Käse wurde eine gute Grundlage geschaffen für den weiteren Genuss des einen oder anderen Bieres. Helmut entlockte seinem Schifferklavier in bewährter Art uns allen bekannte Weisen, die auch ohne die vom Liederwart vergessenen Texte durch 23 kräftige Rudererstimmen begleitet wurden. Unsere beiden Gastgeber, Dirk und Hermann, ließen uns nicht trocken fallen, so dass wir nach unserem Dankeschön an die beiden gut gestärkt und fröhlich den Weg zur Schleuse antraten. Immer noch verwöhnte uns herrliches Winterwetter, das auch einige Schlittschuhläufer auf den überfluteten Wiesen zwischen Weser und Ochtum zu ihrem sportlichen Vergnügen nutzten. Nachdem alle unfallfrei in die nun noch tiefer liegenden Boote gelangt waren, kamen wir jetzt in den Genuss, mit Strom der Lesummündung entgegenzusteuern. Im Ruderverein trennte man sich in der Erwartung, dass Hinni auch im nächsten Jahr wieder eine so erfolgreiche Eisbrechertour organisieren wird. Ihm und allen aktiv an der Organisation Beteiligten, so auch Helmut mit seiner musikalischen Unterstützung, sei an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Volker Osthus