Am 10. Dezember war wieder die Traditionstour zum Segelverein Ochtum angesagt. Während tags zuvor ein heftiger Wind mit Orkanböen und Regenschauern das morgendliche Rudern auf der Lesum unmöglich gemacht hatte, zeigte sich am Sonnabend der Himmel in strahlendem Blau. Um 11 Uhr, nachdem auch der letzte Mohikaner am Anleger erschienen war, legten die „Eisbrecher“ und die „Albatros“ mit insgesamt 20 Aktiven pünktlich ab, und das trotz einer fehlenden Rettungsweste, deren Verschwinden unerklärlich blieb und die durch eine Feststoffweste ersetzt wurde. Die erste durch einen Killepitsch garantierte Aufwärmphase wurde in der Ochtummündung eingelegt, wo wir mit einem lautstarken vorweihnachtlichen „How, How, How“ einer Crew begrüßt wurden, die riesige Rotorblätter auf bereitliegende Schiffe verlud. Da nicht geschleust werden musste erreichten wir unser Ziel, den Segelverein Ochtum, um „high noon“. Nach dem Anlegen wurde das obligatorische Erinnerungsfoto geschossen, und mit großem Hallo wurden wir wieder einmal von dem Bewirtungsduo begrüßt. Mit einem von den Wirten ausgegebenen Aufwärmschluck nahm ein gemütlicher Nachmittag seinen Anfang. Die vielfältigen Gespräche wurden immer wieder durch Helmuts Akkordeonspiel untermalt, und auch der Gesang kam nicht zu kurz. Zwanzig kräftige Männerstimmen erfüllten den Raum mit Shanties und immer wieder gern vorgetragenen Rudererliedern, in denen es unter anderem um unseren Sport, um Tannenbäume und z.B. um rehbraune Augen geht. Auch mit den „Augen wie ein Re—–genbogen“ sowie „Chlorodont“ klappt es von Jahr zu Jahr besser. Helmut war in seinem Element und gab sein Bestes, so auch in seiner Parodie auf Goethe. Um kurz vor Drei hieß es „Last order“, und wie geplant konnte die Rückfahrt pünktlich beginnen. Da die Schleusentore des Ochtumsperrwerks durch Schiffe des Wasserwirtschaftsamtes blockiert waren, mussten wir noch 15 Minuten warten, bis die Durchfahrt des Sperrwerks wieder freigegeben wurde. In dieser Zeit konnten auch Vermutungen darüber angestellt werden, wie es möglich war, dass die bei Antritt der Fahrt vermisste Rettungsweste plötzlich im Clubhaus des Segelvereins  wieder aufgetaucht war. Dieses Mysterium wird sich hoffentlich noch aufklären. Kurz nach Sonnenuntergang – oh, oh! ohne Bootslampen! – wurde am Ruderverein angelegt. Für die gelungene Wanderfahrt gilt es wie immer Hinni ganz herzlich zu danken, der in bewährter Manier für bestes Wetter, ein problemloses Durchqueren des Ochtumsperrwerkes sowie die Bewirtung im Segelverein gesorgt hatte. Wir freuen uns schon auf seine Organisation der nächsten Nikolausfahrt 2012.

Volker Osthus