Bildergalerie

Die Jacobs University Bremen hat am vergangenen Wochenende, dem 30. April 2011, auf der Außenalster das 4. Hanse Boat Race gegen die HSBA Hamburg School of Business Administration deutlich gewonnen. Der Bremer Achter kam auf der ältesten Ruderstrecke des europäischen Kontinents nach 2.300 Metern mit mindestens einer Bootslänge Vorsprung ins Ziel. Damit verteidigten die Helden die Trophäe, welche nun das dritte Jahr in Folge in Bremen bleibt. Über alle Rennen steht es nun 3:1 für Bremen. Gleichfalls siegten auch der Ersatz-Riemen-Vierer der Männer und der Skull-Vierer der Damen mit beachtlichem Vorsprung über die 1000 Meter Strecke. Anknüpfend an die im Jahr 1829 begründete Tradition des berühmten „Boat Race“ zwischen Cambridge und Oxford auf der Themse machen die beiden privaten Hochschulen der Hansestädte Werbung für den universitären Rudersport in Norddeutschland.

Es war ein fantastischer Tag für die Jacobs University, er übertraf alle Erwartungen. Die besseren Teams haben im fairen Wettkampf gegen die HSBA gewonnen, die alles in diesem spannenden Rennen gaben, nachdem sie das HSBA Team das Team der Jacobs University offiziell im Februar herausgefordert hatte. Dieses Jahr hatten beide Universitäten mit tückischen Bedingungen auf der Alster zu kämpfen. Obwohl die strahlende Sonne einen hervorragenden Tag für den Hamburger und Germania Ruderverein versprach, war der Wind die größte Sorge aller Teams. Mit Windstärke von 4 bis 5 und unsicherem Wellenwasser mussten die Ruderer ihre Technik anpassen.

Während die HSBA ihren Heimvorteil ausnutzte und ihr Boot gegen einen Achter mit Flügelauslegern tauschte, musste das Jacobs Team improvisieren. Trainer Lars Schröder klebte die Ausleger mit Klebeband, um so weniger Wasser ins Boot gelangen zu lassen. Im Training am Vortag auf ähnlich welligem Wasser kenterte das Boot der Jacobs University fast, da zu viel Wasser in das Innere des Bootes gelang. „Ich glaube das Zukleben des Bootes war mehr eine psychologische Hilfe für unsere Ruderer,“ gab Schröder nach dem gewonnenen Rennen zu, „aber es war die bestmögliche Option.“ Vor dem Hauptrennen waren das Ersatzteam und das Frauen Team der Jacobs University im 1000m Rennen bereits zum Sieg gerudert und lagen mit jeweils zwei und einer Bootlänge in Führung.

Unter Zurufen von „Riemen und Dollenbruch“ („viel Glück“ in Ruderkreisen) wurde gegen Nachmittag das Achter Rennen eingeleitet. Mengen von Zuschauer und Fans hatte sich auf der Terrasse, auf Treppen und Balkonen gesammelt um das Finale zu sehen, waren jedoch für die ersten 1500m auf live Kommentare von begleitenden Motorboten angewiesen, da dieser Teil zu weit vom Clubhaus entfernt liegt um gesehen zu werden.

Auf der Innenbahn (Jacobs hatte die richtige Wahl nach dem Sieg des Ergocups im Februar getroffen) legte das Team der Jacobs University einen guten Start hin und baute den Vorsprung von einer Bootlänge konstant aus. Die HSBA versuchte aufzuholen und zeigte dabei großartiges Durchhaltevermögen und Kraft im Kampf um den Sieg. Am Ende jedoch sollte es einfach nicht sein für die Hamburger Gastgeber und sie mussten die Niederlage gegen den Jacobs Achter akzeptieren, dessen Zielgerade ein Vergnügen für die Zuschauer war. Sie ruderten gleichmäßig und augenscheinlich elegant auf den letzten Metern. Intensives tägliches Training für jeweils bis zu zwei Stunden und ein Trainingslager in Rostock in den Osterferien hatte sich ausgezahlt.

Nach der Ehrung mit dem Hanse Ruder Boot Pokal, warfen die Ruderer ihre Steuerfrau Aenne Schoop in die Alster, nur um anschließend selber hineinzuspringen. Die Szene erfreute den Präsidenten der Jacobs University, Prof. Dr. Treusch. „Ich bin stolz auf unser Team und Sie können sehen wie stolz und glücklich sie selber sind.“ sagte er. „Drei mal ist Bremer Vorrecht wie das alte Sprichwort sagt. Es war ein wundervoller Tag für alle. Die HSBA leistete sehr gute Arbeit und war ein ausgezeichneter Gastgeber.“ HSBA Präsident Prof. Dr. Schmidt-Trenz gratulierte der Jacobs University: „Das Team hat den Sieg verdient. Es war unglaublich zu sehen, wie ruhig das Team ins Ziel einfuhr. Aber nach dem Rennen ist immer vor dem nächsten Rennen. Wir werden neue Strategien und Taktiken für nächstes Jahr entwickeln und wir werden versuchen, den Pokal zurück nach Hamburg zu holen.“ Unter den Zuschauern tanzten und feierten die Jacobs Fans ihren Sieg mit dem Team, umarmten die Helden mit großen Lachen auf ihren Gesichtern. Unter den Gästen war auch Dr. Peter Voigt, Präsident der Deutschen Cambridge Gesellschaft, der regelmäßig die berühmten Oxford und Cambridge Ruder Rennen ansieht, auf welchen das hanseatische Model basiert. „Die Atmosphäre ist einfach großartig.“ sagte Dr. Voigt, „alles konzentriert sich auf das Ziel. Ich finde es toll, dass zwei Universitäten sich gefunden haben und solch ein Rennen jährlich abhalten.“

Weitere Rennen in der Zukunft

Bis zum nächsten Wettkampf gibt es jedoch noch weitere Rennen für den Jacobs Achter. Am 7. und 8. Mai wird die 104te Bremer Regatta auf dem Werdersee stattfinden. Jacobs Trainer Lars Schröder ist sich dieser Herausforderung bewusst: „Wir konnten mit den schwierigen Wetter- und Wasserverhältnissen in Hamburg umgehen und haben eine bessere Technik als die HSBA. Wir haben das wirklich super geschafft, aber nächstes Wochenende werden wir gegen viel mehr Teams antreten, das ist ein ganz anderer Schnack.“

Für mehr Informationen über das Jacobs Ruder Team: http://rowing.jacobs-university.de/   

Über das Hanse Boat Race

Die HSBA Hamburg School of Business Administration und die Jacobs University Bremen haben im Jahr 2008 das Hanse Boat Race (vormals Hanse Rowing Cup) auf der Außenalster ins Leben gerufen. Auf der ältesten Ruderstrecke des europäischen Kontinents treten beide Teams über 2.300 Meter gegeneinander an. Mit dem Hanse Boat Race wollen die beiden privaten Hochschulen der Hansestädte ihre besondere Verbundenheit, aber auch ihren Wettbewerb dokumentieren.

Bericht auf Rudern.de