Als blinder Passagier, da nicht angemeldet, stieß ich am dritten Sonntag im Februar – dieser Termin ist wie die Veranstaltung selbst schon Tradition – zu der großen Gruppe der Sportler, die dem Ruf Kohlkönig Dieters gefolgt waren.

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Als Strafe für mein ungebührliches Verhalten wurde mir die Erstellung des vorliegenden Artikels auferlegt.

Da jenseits der Lesum in Grambke die Uhren anders ticken, wie uns Norbert durch das seiner Meinung nach pünktliche Erscheinen verdeutlichte, wurde erst kurz vor halb elf am Treffpunkt Kirche St. Magnus zum Aufbruch geblasen, nicht auf dem Kamm sondern mit einem Megafon, das in der Folgezeit noch etliche Langschläfer an unserer Wanderroute aus dem Schlaf reißen sollte. Vorbei am Haus unseres Kulturstaatsministers Neumann in St. Magnus ging es zum Exwohnsitz der Sünnemänner, wo uns Axel als Wohnungsnachfolger mit einem Kräuterschnaps versorgte, der es in sich hatte. Aber auch Rote, Grüne und Weiße fanden ihren Weg durch unsere Kehlen. Am nächsten Halt, dem Stammsitz der Familie Vielstich an der Lesumer Kirche, wurden wir mit belegten Brötchen und Hopfenkaltschalen verwöhnt. Weiter an der Lesum längs führte uns der Weg vorbei an der neuen Lesumbrücke, die ja vielleicht noch vor der Eröffnung des Berliner Großflughafens dem Verkehr übergeben wird. Entgegen vielfacher Vermutung war nicht die Burger Tenne unser Ziel, sondern Kohlkönig Dieter schlug den Weg lesumabwärts gen Mündung ein. Natürlich wurde unser erster Bürgermeister Börnsen an seinem dortigen Wohnsitz gebührend begrüßt, woraufhin allerdings nur die Rollläden in einer der Wohnungen des neuen Wohnblocks am Lesumufer heruntergelassen wurden. Wahrscheinlich waren sie lautstärkegeregelt und schlossen sich somit automatisch. Auch der Segelverein Burg wurde rechts liegen gelassen. Erst direkt vor Murkens Krug zur Fähre erfolgte der Einkehrschwung in das romantische Strohdachhaus des Segelvereins Unterweser. Die ersten frisch gezapften Biere aus Kohlkönig Dieters dort platzierten Zapfananlage wirkten einer Unterhopfung entgegen und steigerten den Heißhunger.

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Dampfende Kohl- und Kartoffelschüsseln und mit reichlich Beilagen versehene Platten, die vom fleißigen Personal ständig nachgefüllt wurden, ließen eine gefräßige Stille einkehren. Bevor der Lärmpegel nach dem schmackhaften Essen wieder anstieg, sorgten König Dieter, Seine Eminenz Hans-Jürgen und Hofnarr Hans-Heinrich für eine würdevolle Übergabe der Majestätsinsignien an den Nachfolger Torsten. Bildschirmfoto 2013-02-19 um 00.27.01OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Unser Vereinsseelsorger, der auch schon das Essen gesegnet hatte, ließ mit seinen klerikalen Kenntnissen keinen Zweifen daran, dass auch er für das vakant werdende Amt im Vatikan geeignet wäre. Auch unser Hofmusikkapellmeister Helmut stand der Hoftruppe zur Seite, hatte aber wegen der räumlichen Enge und der Geräuschkulisse leider kaum Gelegenheit, unser „Geschnatter“ in einen stimmkräftigen Begleitchor umzufunktionieren.

An dieser Stelle nun sei dem bisherigen Kohlkönig für die perfekte Organisation sowie Seiner Eminenz und dem Hofnarren für ihre dargebotenen Beiträge herzlichst gedankt. Seine Durchlaucht König Torsten wird sicherlich alles daran setzen, sich als würdiger Nachfolger zu erweisen.

Volker Osthus