Am 12. Dezember war es wieder soweit: 16  wegen der vielen Arbeit am letzten Nikolaussonntag erholungsbedürftige Nikoläuse machten sich mit dem Kirchboot erneut auf, diesen heidnischen Brauch im niedersächsischen Lemwerderland zu festigen.

Unter der fachkundigen Leitung von Hinni Homburg hatten die Rudernikoläuse am frühen Sonnabendmorgen keine Mühe, das Boot zu Wasser zu bringen. Das Kirchboot wird zu Wasser gelassenDas Thermometer zeigte nur wenige Grade über Null, aber warme Kleidung und Getränke zur innerlichen Einreibung würden die mehr oder weniger muskulösen Körper gewiss aufheizen. Pünktlich mit 10 Minuten Verspätung wurde vom Anleger abgelegt (Warum heißt es bei diesem Manöver eigentlich nicht „Ableger“?). Rödelei beim AblegenNachdem wir die Lesum gen Ochtum verlassen hatten und die immer noch hinter den dünnen Wolken versteckte Morgensonne es an Erwärmung fehlen ließ, wurde in der Weser in Höhe des Lemwerderflugplatzes die erste Rast eingelegt.Die Lesum wird verlassen Der Willi – in flüssiger Form – machte die Runde, und nachdem uns Wind und Strömung dem Ziel auch ohne körperlichen Einsatz etwas näher gebracht hatten, hieß es „Alles voraus- los!“.  Die Ochtumschleuse ist passiertDie Ochtumschleuse stand dank Bakschisch schon offen, und zur vorgesehenen Zeit gegen halb elf Uhr wurde in der Schleuse beim Ochtumer Segelverein die „Eisbrecher“ mehr oder minder fachmännisch vertäut.

 

Anlegen in der Segelvereinsschleuse

Gruppenfoto beim Segelverein Im Segelverein wurden wir von der schon seit Jahren unveränderten Dreiercrew willkommen geheißen. Unser Proviantmeister Hinni breitete die köstlichen Speisen auf den Tischen aus, und bei einigen Bieren wurden die zu schmierenden Brote mit Genuss verzehrt.Die Brote werden geschmiert Einigen der regelmäßig an dieser Traditionstour teilnehmenden Ruderer war offensichtlich immer noch nicht klar geworden, dass man das Schmieren der Brote in der offenen Hand mit dem Finger als Streichinstrument durch Mitbringen von Besteck und Frühstücksbrett   umgehen kann. Helmut spielt aufHelmut stimmte auf dem Schifferklavier die eine oder andere weihnachliche aber auch weniger weihnachtliche Weise an, und die Kehlen der kräftig mitsingenden Ruderer mussten jeweils im Anschluss mit einer Hopfenkaltschale geölt werden. Dazu erklang – wie oft weiß keiner genau – unser dänischer Trinkspruch, der nach Verweis auf seinen Text auf dem Rudererliederbucheinband schon sehr viel besser klappte als noch im vergangenen Jahr. Bei Sonnenschein wurde der Segelverein verlassen, natürlich nicht ohne der Bewirtungsmannschaft mit unserem Ruderer-Hurra ein kräftiges Dankeschön entgegenzuschmettern. Die Rücktour verlief bis auf überbordendes Wasser, hervorgerufen durch einen Steuermannsfehler beim Queren von Schiffswellen, problemlos. Um 14 Uhr wurde am VRV-Anleger festgemacht und der Trainingsbetrieb unserer aktiven Jugend nur unwesentlich gestört – so glauben es jedenfalls die Nikoläuse. Der Restsonnabend konnte nach dieser gelungenen Nikolausfahrt – Hinni sei herzlich gedankt – für alle Teilnehmer nur fröhlich enden.

V. Osthus